Wenn Filter, Fontänen und Bachläufe betrieben werden, ist darauf zu achten, dass kein Wasser unterhalb von 60 Zentimeter angesaugt wird. In den Sommermonaten sollte Teichwasser aus Tiefen unter 60 Zentimeter nicht ans Licht transportiert werden. Pumpen werden ca. 10 bis 15 Zentimeter tief eingebaut.
Teiche mit Bodenabläufen findet man überwiegend bei Koi-Teichen, sie funktionieren nicht auf der Basis von “Selbstreinigung”. Besitzer von Wasserbecken investieren erhebliche Geldbeträge für mechanische Filtersysteme mit UV-Licht, Eiweißabschäumer usw. Inzwischen hat die Industrie ein weiteres Vernichtungsgerät entwickelt, das auf der Basis von Mikrowellen arbeitet! Ganz neu ist ein Gerät, das durch Ozon Leben vernichtet.
Wasser darf nicht aus tieferen Zonen transportiert werden, weil biologisch funktionierende Gewässer nach diesem Prinzip aufgebaut sind: Verschiedene Gruppen von Mikroorganismen-Stämmen befinden sich revierartig in verschiedenen Ebenen, je nach Sonneneinstrahlung und Tiefe. Je tiefer der Teich, desto mehr verschiedenartige Sorten von Mikroorganismen sind im Wasser angesiedelt und das ist gut für die Biologie im Wasser. Wenn also Wasser aus allen Zonen durch falsch positionierte Ansaugpumpen in Richtung Filter, Fontäne oder Bachlauf transportiert wird, werden die wasserreinigenden Stämme durcheinander gewirbelt. Um wieder die Wasserreinigung übernehmen zu können, müssen sie sich neu formieren, orientieren und wieder eine Einheit bilden. Diese biologischen Abläufe regeln die gesamte Selbstreinigung unserer Naturgewässer, vom Ozean bis hin zum kleinsten Gartenteich. Jeder kennt das Ökosystem im Wattenmeer. Wenn dort übermäßig viele Fremdstoffe wie Öl, landwirtschaftliche Düngemittel oder Bohrschlamm eingeleitet werden und sich durch Wasserwirbel an bestimmten Stellen absetzen, bricht das biologische Fresssystem der Mikroorganismen zusammen und es entstehen hässliche schwarze Flecken. Jeder Teichbauer sollte sich danach richten, weil auch in künstlich angelegten Teichen diese Abläufe stattfinden.
Bodenabläufe sind eine Erfindung der Industrie. In einem Teich, der nach biologischen Gesetzen gebaut ist, sind leichte Ablagerungen vorhanden. Etwas Schlamm setzt sich auf dem Boden ab, dieser wird automatisch im Laufe eines Sommers von Mikroorganismen zersetzt. Es ist auch ohne Bedeutung für die Wasserqualität und den Fischbestand, wenn sich am Grund eines Teiches von ca. 2 Meter Tiefe pro Jahr einige Millimeter Schmutz absetzen. Bei diesen Ablagerungen handelt es sich um die Rückstände, die bei der Mineralisierung durch Bakterien zurückbleiben. Diese leichten Rückstände können die Wasserqualität nicht verschlechtern.
Wenn dann trotzdem Faulschlammbildung festgestellt wird, empfehle ich einfachen Trick: Man versenkt am tiefsten Punkt des Teiches eine Luftsprudelmatte, wie sie auch in Badewannen verwendet wird. Mittels eines kleinen Kompressors kann man für 1 bis 2 Tage in Abständen von 2 bis 3 Wochen Frischluft in den Teich pumpen. Dies sollte man allerdings nur bei Lufttemperaturen von unter 20 Grad vornehmen. In den Monaten von September bis Dezember kann mit diesem Hilfsmittel die Bildung von Faulgasbildung verhindert werden. Im übrigen ist es völlig ausreichend, wenn ein Teich alle 20 Jahre gereinigt wird!

